Gender-Wörterbuch

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    Eine gendergerechte Schreibweise wird immer wichtiger

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    Genderneutrale Sprache: Modeerscheinung, notwendiges Übel oder eine Frage des Respekts?

    Großes Binnen-I, Gendersternchen, Wortneuschöpfungen und seltsam zerrissene Worte mit Bindestrichen und Schrägstrichen: Es gibt einige Möglichkeiten, Texte genderneutral zu formulieren. Nicht alle diese Möglichkeiten sind dudenkonform, und nicht alle dienen der besseren Verständlichkeit.

    2018 verklagte eine 80-jährige Sparkassen-Kundin ihre Bank, weil sie in den Formularen als weibliche Person angeredet werden wollte. Das Bundesverfassungsgericht wies die Klage damals ab. Karlsruhe entschied, dass die männliche Anrede üblich sei und keine Geringschätzung gegenüber nicht-männlichen Personen beinhalte. Seitdem ist viel passiert: Behörden gendern in Formularen, der Duden hat neue Wörter bekommen und so mancher Ratgeber-Text liest sich jetzt ungewohnt. Warum ist eine genderneutrale Sprache wichtig? Warum ist sie manchmal nicht angebracht? Und warum regen sich manche Menschen so sehr darüber auf?

    Generisches Maskulinum ist keine deutsche Erfindung

    Manche Sprachen kennen gar keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern, zumindest hinsichtlich der Personenbezeichnungen. Das Japanische ist so eine Sprache: Man kann keinem Nomen einen Hinweis auf ein Geschlecht entnehmen und Unterschiede zwischen Einzahl und Mehrzahl gibt es auch nicht. Ein Lehrer, fünf Lehrerinnen - alles das Gleiche. Das ist für Europäer und Europäerinnen ungewohnt und führt bei Fremdsprachenlernenden wie auch bei den Native Speakers manchmal zu Missverständnissen. Anders im Deutschen: Nomen haben ein grammatisches Geschlecht, das allzu oft auch mit dem natürlichen Geschlecht übereinstimmt: Bei dem Kater kommen bezüglich seiner geschlechtlichen Zugehörigkeit genauso wenig Zweifel auf wie bei der Katze, dem Rüden oder der Hündin. Der Mann ist so eindeutig männlich wie die Frau weiblich ist. Und dann gibt es noch abstraktere Nomen, unter denen sich die meisten Menschen nicht sofort etwas vorstellen können: Eine Fachkraft ist zwar grammatikalisch weiblich, im Kopf trotzdem oft männlich. Die Schülerschaft weckt gar keine klare Assoziation, um welches Geschlecht es sich handelt. Das ist einerseits fair und gerecht, denn eigentlich sind alle Geschlechter gemeint. Andererseits ist es ungeschickt, denn niemand fühlt sich angesprochen.

    Alle Sprachen mit romanischen Wurzeln und Einflüssen teilen diese Eigenheiten. Spanisch, Französisch und Italienisch kennen für Berufsbezeichnungen jeweils eine weibliche und eine männliche Form. Es gibt Lehrer und Lehrerinnen, und die maestra (Spanisch, Lehrerin) wird genauso ehrlich bezeichnet wie der maestro (Spanisch, Lehrer). 20 Lehrerinnen in einem Raum sind ganz sicher Lehrerinnen. 20 Lehrer in einem Raum sind eindeutig Lehrer. 19 Lehrerinnen und ein Lehrer sind Lehrer. 19 Lehrer und eine Lehrerin sind immer noch Lehrer. Und da sind wir schon fast beim Deutschen angekommen: Das Männliche ist dominant.

    Sprache spiegelt gesellschaftliche Normen, Werte und Konventionen

    Im Deutschen sind die Berufsbezeichnungen in der Regel männlich, mit einigen wenigen Ausnahmen. Ist die Lehrkraft weiblich statt männlich, wird dem Lehrer ein "in" angehängt. Die Frau ist das Anhängsel des Mannes, nicht mehr. Wir sehen von Ausnahmen wie der Krankenschwester (Krankenpfleger und -pflegerin, aber niemals Krankenbruder) und der Hebamme (Geburtshelfer und -helferin, aber niemals Hebammerich) ab.

    Warum ist das so? Warum bedeutet es einen längeren Atem, einen höheren Schreibaufwand, mehr Tinte oder Druckerschwärze, wenn eine Frau etwas tut? Muss das so sein?

    Es muss. Soziologinnen und Soziologen sind sich genauso einig, wie Psychologen und Psychologinnen, dass die Gleichbehandlung der Geschlechter erst dann gesellschaftlich möglich und vor allem selbstverständlich ist, wenn die Sprache das auch zulässt. Denn Sprache erzeugt Bilder im Kopf.

    Dafür gibt es ein einfaches Beispiel: Ein Mensch steht am Rednerpult. Ist der Mensch männlich oder weiblich? Was wäre, wenn der Mensch am Rednerinnenpult stände? Oder am Rednerpult? Würde das etwas ändern?

    Zwei Geschlechter sind schwierig - und es gibt noch mehr!

    Es gibt ein paar Lösungsansätze, wie Texte zumindest etwas gendergerechter formuliert werden können. Eine Möglichkeit ist, bei offenen Formen immer die Paarform oder Doppelform zu benutzen. Aus den Mitarbeitern eines Unternehmens werden dann die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Aus der Schülerschaft werden Schüler und Schülerinnen. Das ist aus verschiedenen Gründen sinnvoll: Männer und Frauen fühlen sich gleichermaßen angesprochen, und diese Form ist gesellschaftlich flächendeckend akzeptiert. Der Duden hat keine Einwände, und solche Texte sind barrierefrei. Sie werden auch von Personen verstanden, die auf einfache Formulierungen angewiesen sind. Aber es gibt auch Nachteile: Die doppelten Nennungen machen Texte sehr lang. Und Menschen, die sich weder dem männlichen, noch dem weiblichen Geschlecht zuordnen, werden ausgeschlossen beziehungsweise nicht explizit angesprochen.

    Einklammerungen (Schüler(innen)) und der Schrägstrich (Schüler/-innen oder Schüler/innen) sind genauso dudenkofnorm und akzeptiert, sowohl Männer als auch Frauen werden angesprochen. Aber in beiden Fällen erscheint die weibliche Form als Anhängsel (beim Schrägstrich) oder wird sogar weggeklammert (Einklammerung). Davon abgesehen sind wieder nur Männlein und Weiblein genannt, andere Gender werden ignoriert. Barrierefrei sind diese Formen nicht und sie treiben bisweilen seltsame Blüten hinsichtlich der Grammatik.

    Weniger stark verbreitet ist das Binnen-I. Es ist gewöhnungsbedürftig und nicht barrierefrei, von ArbeiterInnen zu lesen und die Arbeiter mitzudenken. Nicht jeder schafft das, zumal auch hier grammatikalische Schwierigkeiten entstehen, andere Geschlechter nicht mit gemeint sind und sogar der Duden damit Probleme hat. Ähnlich ist das bei Sternchen und Unterstrich: Redner*innen und Professoren_innen sehen einfach gewöhnungsbedürftig aus. Das ist nicht barrierefrei, nicht grammatikkonform, nicht einmal suchmaschinentauglich. Genauso problematisch ist der Doppelpunkt in der Wortmitte, der an Stelle von Gendersternchen und Unterstrich gesetzt werden kann.

    Die Variante aus dem englischsprachigen Bereich: Mal so, mal so

    Soll es wirklich ganz korrekt sein, liest man in englischen Texten immer wieder männliche und weibliche Formen abwechselnd. Das ist erst einmal verwirrend, lenkt aber die Aufmerksamkeit auf einen wichtigen Fakt: Frauen sind nicht selbstverständlich einfach mit gemeint. Wenn Texte also von Feuerwehrfrauen, Rettungssanitätern und Polizistinnen erzählen, sind Feuerwehrmänner, Rettungssanitäterinnen und Polizisten einfach mit gemeint. Verwendet ist einmal das Generische Maskulinum und einmal das Generische Femininum. Liest man solche Texte regelmäßig, ist man bald sensibilisiert für die Thematik. Diese Texte sind barrierefrei, die Sprache ist in ihrer ganzen Konsequenz gendergerecht (und nicht nur neutral). Aber hier bleibt unklar, ob es sich eben immer nur um die genannte Form handelte oder ob die Bezeichnungen generisch zu verstehen sind. Barrierefrei sind diese Texte allemal, und dudenkonform ebenfalls.

    Bei allen genannten Varianten bleibt die Frage offen: Was ist mit den Menschen, die sich weder als männlich, noch als weiblich definieren können oder wollen? Wie bezieht man wirklich alle Menschen mit ein? An dieser Stelle kommen die eingangs erwähnten neutralen Begriffe zum Einsatz: Forschende sind männlich, weiblich oder divers, und es interessiert einfach niemanden. Fachkräfte können jedem Gender angehören, das es gibt. Studierende, Lehrende und Lernende sind genauso wie Arbeitgebende völlig neutral formuliert. Mit der Neutralität leidet die Wahrnehmung. Genderneutrale Sprache hilft, wirklich niemanden zu vergessen oder auszuschließen. Aber spricht sie auch an? Das ist schwierig, denn Formulierungen wie "Ärzteschaft", "Anwaltschaft", "Reinigungskräfte" und "Lehrkörper" objektivieren Menschen. Es sind völlig unpersönliche Worte, mit denen sich viele Menschen gar nicht identifizieren können. Und genau das ist der Punkt, der genderneutrale Sprache zu einem Problem macht: Sprache ist Identität. Es bleibt die Schwierigkeit, von einer identifikationsarmen genderneutralen Sprache auf eine gendergerechte, inklusive und identifikationsreiche Sprache zu kommen. Das wird auch in Zukunft noch zu diskutieren sein - ist Neutralität gerecht und Gerechtigkeit neutral?